{"corpus":"steiner","locus":"GA 277d/1924-04-21/p006","lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"text":"Es soll gar nichts gegen diese Nachbarkünste gesagt werden. Sie sollen in ihrem Werte voll anerkannt werden. Allein - Eurythmie will eben etwas anderes sein als bloß mimische Kunst, und etwas anderes als bloß Tanzkunst. Sie werden wie bei der mimischen Kunst und auch wie bei der Tanzkunst den bewegten Menschen oder bewegte Menschengruppen auf der Bühne sehen. Alle die Bewegungen, die dabei zustande kommen, sie verhalten sich zu demjenigen, was mimische Kunst ist, so, dass man sagen kann: Die mimische Kunst bemüht sich, dasjenige zu verdeutlichen, was gesprochen wird, dadurch, dass sie dem Gesprochenen Gebärden hinzufügt, die mehr auf das persönliche Erleben gehen, als in einer zivilisierten Sprache die Lautsprache gehen kann. Aber diese Gebärden sind eigentlich Zeichen für dasjenige, was durch die Lautsprache ja auch ausgedrückt werden kann. Wiederum der Tanz ist ein Ausfließen-Lassen des Leidenschaftlichen, des Willenselementes. Und er kommt dadurch zustande, dass dasjenige, was in der Seele lebt seiner Willensnatur nach, in die Bewegung übergeführt wird, wie ja überhaupt die Bewegung der Ausdruck, die Offenbarung des menschlichen Willens ist. Eurythmie soll nun in ihren Bewegungen eine wirkliche, sichtbare Sprache oder ein wirklich sichtbarer Gesang sein, sodass dasjenige, was in der Seele lebt - lebt so, dass es sich bei entsprechender Stimmung und Gelegenheit zum Ausdruck bringt in der Lautsprache und im Gesange —, dass sich dasselbe durch Gebärde, durch Bewegung am menschlichen Leibe bei einzelnen oder in Menschengruppen zur Offenbarung bringt. Das kommt dadurch zustande, dass eigentlich der Mensch, indem er sich entwickelt, zunächst durch seinen ganzen bewegten Menschen auch wiederum dasjenige ausdrücken will, was er im Inneren erlebt.","text_trust":"verbatim","quote_safe":true,"title":"Ansprache zur Eurythmie","site_heading":null,"date":"1924-04-21","location":null,"word_count":263,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/277d/1924-04-21/p006","alignment_confidence":null,"alignment_reason":null,"two_voice_volume":false,"translation_credit":null,"edition_coverage":{"de":["original"],"en":["English"]},"available_versions":[{"lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/277d/1924-04-21/p006"},{"lang":"en","edition":"English","edition_basis":null,"is_original":false,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/en/ga/277d/1924-04-21/p006","paragraph_aligned":true}],"record":{"record_type":"unknown","scope":"volume","note":"How this text was taken down (shorthand transcript, listeners' notes or manuscript) is not on record here. Unknown is not an assurance of a stenogram: check the edition's own notes before resting an argument on one word.","evidence":null,"evidence_translation":null,"evidence_source":null}}