Ansprache zur Eurythmie
Das merkt man nicht mehr, wenn die Sprache wirklich eingetreten ist oder wenn der Gesang da ist. Aber es ist doch so, dass wir unser Sprechen und Singen dem Umstande verdanken, dass wir unsere Bewegungen zur Ruhe bringen. Nun kann man dasjenige, was in den Laut, in den Ton, in den Gesang hineingegangen ist, wiederum herausholen. Gestaltet man es nachher ebenmäßig, künstlerisch - es würde, wenn der Mensch das nicht tun würde, unebenmäßig gestaltet -, gestaltet man es nachher, wenn man es herausholt, künstlerisch, dann ist für alles, was im Laut und Ton gegeben werden kann, auch eine Bewegung da: Das ist die Eurythmie. Sodass sie wirklich ein sichtbarer Gesang, eine sichtbare Sprache ist.
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GA 277d/1924-04-21/p010 · edition original