Eurythmie-Aufführung

GA 277d/1924-05-04/p008 ·1924-05-04 · original (original)
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Nun sind allerdings eine ganze Anzahl von Bewegungen, die wir ausführen im Organismus, dazu da, um diesen Organismus mechanisch vorwärts zu bringen oder ihn auch [zu] stützen und dergleichen. Von diesen Bewegungen muss man zunächst absehen, denn sie sind nicht künstlerisch zu verwerten. Aber andere Bewegungen, die Ausdruck der Seele sind, alles dasjenige, was wir in der primitiven Gebärdensprache brauchen, um das Seelische genauer auszudrücken — das alles lässt sich künstlerisch gestalten, und zwar in vollendeter Weise. Das Kind lallt. Das Lallen des Kindes, das anfangs nur eine Art chaotischer Ausdruck ist des Seelenlebens, das artikuliert sich, formt sich bis zur vollständig ausgebildeten Sprache. Eine Art von Sprache, die aber noch cin Lallen ist, kommt auch zur Offenbarung, wenn wir im gewöhnlichen Leben das, was wir sprachlich ausdrücken, nicht ganz zum Ausdrucke bringen können. Wenn wir Persönliches, Seelischeres noch in die Sprache hineinlegen wollen, dann brauchen wir Gebärden, wie ich sie eben charakterisiert habe. Sie sind aber noch ein Lallen.

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