Eurythmie-Aufführung

GA 277d/1924-05-04/p015 ·1924-05-04 · original (original)
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Natürlich muss dann, wenn rezitatorisch oder deklamatorisch Eurythmie begleitet wird - nicht wie man’s heute in einem etwas unkünstlerischen Zeitalter liebt, [dass] der Prosainhalt pointiert wird in der Dichtung, wobei man gerade glaubt, dass man richtig sinngemäß rezitiere. Aber man trifft damit nicht die Dichtung. Goethe hat selbst seine jambischen Dramen - das heißt ein verhältnismäßig einfaches Metrum — wie ein Kapellmeister mit dem Taktstock in der Hand einstudiert, zum Zeugnis dafür, dass er viel mehr gesehen hat auf die Dichtung, das Versmaß, als auf das Pointieren des Prosainhaltes. Daher muss auch heute eine ungewohnte, aber einem künstlerischeren Zeitalter, als es heute ist, entsprechende eigene Rezitations- und Deklamationskunst entfaltet werden, die hier eben entfaltet wird.

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