SECHSTER VORTRAG
Nun, beides ist natürlich ein Extrem, und das Vertreten der Anschauung, Musik habe nichts anderes zu verkörpern als die Tonarabeske, das ist sogar ein Unsinn, ein wirklicher Unsinn. Aber der Unsinn kann ja leicht entstehen, wenn man nicht eigentlich darauf kommen kann, worinnen das wesentliche Musikalische liegt. In den Tönen selber, das habe ich nun schon wiederholt betont, kann es nicht liegen. So dass also auch der Musikeurythmisierende ständig darauf sehen muss, dasjenige in der Bewegung, in der eigentlichen Gebärde zum Ausdruck zu bringen, was zwischen den Tönen liegt, und die Töne nur eigentlich als dasjenige anzusehen hat, was ihn zu der Bewegung veranlasst.
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GA 278/1924-02-25/p009 · edition original