SECHSTER VORTRAG
Und wenn man einen Traum hat und absieht von seinem In- halt, wenn man auf die Spannungen und Lösungen, auf dasjenige, was zur Kulmination von Darstellungen oder zur Kulmination von Seligkeit im Fliegen und so weiter führt, wenn man alle diese Bewegungen nimmt und sagt: mir ist es ganz gleichgültig, was der Traum sinngemäss ausdrückt, mir kommt es aber darauf an, wie die Bewegungen im Traume verlaufen, - dann ist der Traum schon ein Musikstück, denn dann können Sie ihn überhaupt nicht anders aufschreiben als in Noten. Und in dem Augenblick, wo Sie das Gefühl haben, dass Sie den Traum nicht anders aufschreiben können als in Noten, fangen Sie erst an, den Traum ganz richtig zu verstehen, ich meine, im unmittelbaren Anschauen ganz richtig zu verstehen.
Cite:
GA 278/1924-02-25/p023 · edition original