Siebenter Vortrag
Nun, weil es bei der Lauteurythmie mehr auf den Sinn ankommt, wird man bei der Lauteurythmie weniger vermissen, wenn das Gefühl die Sache nicht begleitet. Das Toneurythmisieren verliert aber ohne dieses Darchdrungensein der Bewegungen mit dem Gefühl überhaupt Seinen Sinn. Denn ohne dass Sie diese Gefühle hinein- legen, gerade so, wie ich es heute für die Skalä zum Ausdrucke gebracht habe, muss eigentlich der Zuschauer die Empfindung bekommen: Sie machen beliebige Verrenkungen. Denn ob Sie das Gefülil haben: hier hat der Oberarm seinen Ansatz, und Sie bilden dabei den Grundton - oder ob Sie das Gefühl haben: ein menschenempflndender Impuls liegr im Oberarm hier, und Sie bilden die Sekund in der Weise, wie ich`s gestern gesagt habe; davon hängt es ab, ob Ihre Bewegungen, die Sie machen, für irgendein Tongebilde motiviert erscheinen aus dem Menschen heraus, oder ob es unmotiviert erscheint. Und motiviert muss vor allen Dingen alles Künstlerische erscheinen.
Cite:
GA 278/1924-02-26/p044 · edition original