{"corpus":"steiner","locus":"GA 279/1924-06-24/p011","lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"text":"Ebenso muß Eurythmie durchaus etwas sein, was eine ursprüngliche Schöpfung darstellt. Die Sprache - gehen wir von ihr aus - erscheint als Hervorbringung des menschlichen Kehlkopfes und desjenigen, was mit dem Kehlkopfe mehr oder weniger zusammenhängt. Dieser Kehlkopf, was ist er denn eigentlich? Die Frage muß einmal aufgeworfen werden, denn ich habe oft angedeutet, in der Eurythmie wird der ganze Mensch zu einer Art von Kehlkop£ Wir müssen also einmal uns die Frage vorlegen : Was für eine Bedeutung hat denn überhaupt der Kehlkopf? Wenn wir zunächst auf die Sprache als auf eine Hervorbringung aus dem Kehikopfe hinschauen, so werden wir nicht aufmerksam darauf sein, was da eigentlich aus dem Kehlkopfe herauskommt, was sich da bildet. Aber wir können uns vielleicht erinnern, daß eine merkwürdige Tradition vorhanden ist, die heute wenig verstanden wird, die Sie einfach angedeutet haben, wenn Sie den Anfang des Johannes-Evangeliums nehmen : «Im Urbeginne war das Wort und das Wort war bei Gott und ein Gott war das Wort.» Das Wort. Nicht wahr, dasjenige, was man sich heute als Wort vorstellt, das ist etwas, was innerhalb dieses Zusammenhanges im Beginne des Johannes-Evangeliums nicht den allergeringsten Sinn gibt. Es wird zwar dieser Anfang des Johannes-Evangeliums fortwährend besprochen. Die Leute glauben, sie können sich dabei auch etwas denken. Sie tun es nicht, denn eigentlich, wenn man das nimmt, was sich der heutige Mensch unter Wort vorstellen kann, wovon er zu gleicher Zeit sagt : Name ist Schall und Rauch, umnebelnd Himmels-glut ... und so weiter - was er ja in gewissem Sinne sogar dem Gedanken gegenüber gering achtet und wobei er sich erhaben vorkommt, wenn er es geringachten kann gegenüber dem Gedanken -, wenn man sich in das versetzt, was der heutige Mensch unter Wort vorstellen kann, hat der Anfang des Johannes-Evangeliums nicht den geringsten Sinn, gar keinen Sinn. Denn das Wort - wir haben so viele -, welches Wort? Es kann doch nur ein bestimmtes, konkretes Wort sein. Und was ist denn das Wesen dieses Wortes? Das muß gefragt werden.","text_trust":"verbatim","quote_safe":true,"title":"Eurythmie als sichtbare Sprache Erster Vortrag","site_heading":null,"date":"1924-06-24","location":null,"word_count":333,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/279/1924-06-24/p011","alignment_confidence":null,"alignment_reason":null,"two_voice_volume":false,"translation_credit":null,"edition_coverage":{"de":["original"],"en":["English"]},"available_versions":[{"lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/279/1924-06-24/p011"},{"lang":"en","edition":"English","edition_basis":null,"is_original":false,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/en/ga/279/1924-06-24/p011","paragraph_aligned":true}],"record":{"record_type":"stenogram","scope":"volume","note":"Shorthand transcript taken during the lecture — the strongest kind of lecture record in this corpus.","evidence":"Das Stenogramm wurde neu übertragen","evidence_translation":"The shorthand transcript was transcribed anew","evidence_source":"The publisher's description of the 2019 edition, as mirrored on AnthroWiki (GA 279). The translation is the maintainer's, not a published one."}}