Sechster Vortrag Dornach, 1 . Juli 1924 Gemütsstimmungen und Charakteristik einzelner Seelenzustände Die Farbe als Gemütsinhalt
Selbstverständlich ist es zunächst nicht möglich, das Farbengeben in unserer Eurythmie so zum Ausdrucke zu bringen, wie es Her angedeutet ist, denn da müßte man ja, wenn in einer Zeile a und o vorkommt, während die Zeile rezitiert wird, aus dem einen Kostüm in das andere Kostüm gehen. Das können wir heute noch nicht durchführen. Wir sehen schon immer die Schwierigkeiten, wenn nur zwischen zwei Gedichten eine Umkleidung stattfinden soli. Wenn nun während eines Gedichtes, welches, sagen wir, vier Strophen hat, zweiundzwanzig oder achtundzwanzig Umkleidungen stattfinden müßten, würde das zunächst nicht gehen. Aber dennoch, dasjenige, was Her dargestellt wird, ist durchaus richtig. Denn die Sache ist schon so, daß man in den Laut so recht nur dann hineinkommt, wenn man ihn auch farbig empfindet.
Cite:
GA 279/1924-07-01/p083 · edition original