1. Die Sprachgestaltung als Kunst

GA 282/1924-09-05/p044 ·1924-09-05 · original (original)
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Der Lyriker steht keinem anderen gegenüber. Er steht nur sich selbst gegenüber. Sein Sprechen muß so gestaltet werden, daß dieses Sprechen der reine Ausdruck des menschlichen Inneren wird. Die heutige Lyrik kann daher nicht anders gesprochen werden, als daß - wir werden das später alles deutlicher ausführen - selbst das Konsonantisieren etwas nach dem Vokalisieren hinüberneigt. Lyrik zu sprechen macht notwendig, daß man weiß, daß jeder Konsonant auch eine gewisse vokalische Nuance in sich trägt, zum Beispiel das *l ein i, was Sie daran sehen können, daß in manchen Sprachen zu einer bestimmten Zeit eine l*-Entwickelung in einem Worte stattfindet, in anderen Formen aber noch ein ; dasteht. So hat aber jeder Konsonant etwas Vokalisches in sich. Und für den Lyriker ist es vor allen Dingen notwendig, daß er das Vokalische eines jeden Konsonanten empfinden lernt.

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