1. Die Sprachgestaltung als Kunst
Nun handelt es sich darum, daß innerhalb der Sprache selbst, wenn man sie richtig betrachtet, die Notwendigkeit der Gestaltung wiederum hervorgeht. Denn bedenken Sie, wir haben so etwa zweiunddreißig Laute. Denken Sie, wenn Sie Goethes «Faust» in die Hand nehmen, und wenn einer gerade so weit wäre, die Laute zu kennen, aber noch nicht die Laute verbinden zu können, so würde der ganze «Faust» aus zweiunddteißig Lauten bestehen. Es ist nämlich gar nichts anderes darinnen im ganzen «Faust» als diese zweiunddreißig Laute, und doch werden sie in ihrer Kombination zum Goetheschen «Faust».
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GA 282/1924-09-05/p053 · edition original