1. Die Sprachgestaltung als Kunst

GA 282/1924-09-05/p055 ·1924-09-05 · original (original)
Record: unknown. How this text was taken down (shorthand transcript, listeners' notes or manuscript) is not on record here. Unknown is not an assurance of a stenogram: check the edition's own notes before resting an argument on one word.

Daß es in einer anderen Sprache anders heißt, macht nichts aus; da hat man sich eben anders zu der Sache gestellt. Und wenn der Mensch über etwas ganz besonders verwundert ist und noch etwas versteht, darüber verwundert zu sein, wie das bei der Bildung der Sprachen der Fall war, dann drückt er das ganz besonders durch den a-Laut aus. Man muß nur verstehen, Verwunderung an der richtigen Stelle zu haben. Man kann verwundert sein über den üppigen Haarwuchs, den irgendein menschliches Wesen an sich trägt. Man kann verwundert sein über den Kahlkopf, dem die Haare wieder ausgefallen sind. Man kann verwundert sein darüber, was ein Haarwasser bewirkt hat, wenn es mangelnden Haarwuchs wieder ersetzt hat. Alles, was mit Haaren zusammenhängt, kann die tiefsteBewunderung hervorrufen. Man schreibt daher nicht «Har», sondern sogar zweimal das *a*: «Haar» hin.

Read this passage in another edition
DEoriginalENEnglish
Raw JSON: /v1/steiner/de/ga/282/1924-09-05/p055.json
Cite: GA 282/1924-09-05/p055 · edition original