1. Die Sprachgestaltung als Kunst

GA 282/1924-09-05/p066 ·1924-09-05 · original (original)
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Und wer oft wiederholt die Silbe om, kommt in das Erleben zwischen Wachen und Schlafen hinein. Es rührt diese Maßnahme aus einer Zeit her, wo man den Sprachorganismus eben noch verstand. Aber nun bedenken Sie, wenn man noch weiter geht in Mysterienüberlegung, dann sagt man sich: Ja, aber das o entsteht dadurch, daß auf der einen Seite das u hin will zum a und auf der anderen Seite das a hin will zum u. Wenn ich also jemanden weiterkommen lassen will, den ich gelehrt habe das Stehen zwischen Wachen und Schlafen im om, so lasse ich ihn nicht das o direkt sprechen, sondern ich lasse es entstehen, indem ich ihn a o u m sprechen lasse; nicht o m sagen lasse, sondern a o u m. Er erzeugt es. Er steht dann auf der höheren Stufe. om gespalten in a und u gibt die Stille für den höheren Schüler, weil das darinnen liegt, und man den niederen Schüler direkt hinweist auf das Aufwachen und Einschlafen. Dem höheren Schüler sagt man: gehe über, bilde den Übergang selbst: a = Einschlafen, u = Aufwachen. Dazwischen ist er schon. Wenn er zwischen Einschlafen und Aufwachen ist, hat er eben schon den Moment zwischen beiden darinnen.

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Cite: GA 282/1924-09-05/p066 · edition original