{"corpus":"steiner","locus":"GA 284/1907-05-20/p009","lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"text":"In dem vierten Glied seiner Wesenheit hat der Mensch etwas, wodurch er die Krönung der irdischen Schöpfung des planetarischen Daseins bildet. Folgen Sie mir für kurze Zeit in eine subtile Betrachtung. In dem ganzen Umkreis der deutschen Sprache gibt es einen Namen —- und in anderen Sprachen ist es ähnlich -, der sich von allen anderen Namen grundsätzlich unterscheidet. Jeder von Ihnen kann zu dem Tisch «Tisch» sagen, zu dem Bild «Bild» und so weiter. Einen Namen gibt es aber, den wir in demselben Sinne nicht anwenden können, das ist der Name Ich. Keiner von ihnen kann zu einem anderen «Ich» sagen. Jeder andere ist für ihn ein «Du» und auch Sie sind für jeden anderen ein «Du». Wenn dieser Name uns selbst bezeichnen soll, kann kein Ton in der Außenwelt ihn verkörpern, er muß aus uns selbst klingen. Das empfanden zu allen Zeiten diejenigen Religionen, die einen Impuls von der Geheimlehre hatten. In der Geheimlehre sagt man daher den Namen für das Wesen, und in der hebräischen Geheimlehre ist der unaussprechliche Name Gottes, der Jahve-Name nichts anderes als der Name für das Ich. In Wahrheit ist der Jahve-Name der Name für das, was in der Seele anfängt, einen Monolog zu halten - in seinem Selbst zu leben. Man empfand das so, daß man in denjenigen Weltanschauungen und Religionen, die auf spirituellen Grundlagen errichtet waren, sagte: Im Ich beginnt im Innersten der Seele der Gott zu sprechen. Es ist das ein Anfang, aber er muß gemacht werden, und dieses Ich — dieser einzige Zentralpunkt - ist das, was das wesentlichste unterscheidende Merkmal des Menschen von all den Wesen ausmacht, die uns auf diesem Planeten umgeben. Sinnige Personen haben das immer empfunden. Jean Paul sagt uns, wie er als ganz junges Kind im Hofe des elterlichen Hauses stand, und er wußte sich genau daran zu erinnern, wie zum ersten Male das Gefühl in ihm entstand: du bist ja eine Ich-Wesenheit! Und er fügt hinzu, ein Irrtum sei ausgeschlossen und auch, daß andere etwas zu dieser Erinnerung hinzugetan hätten. Denn damals - sagt Jean Paul — habe ich in das verhangene Allerheiligste meines inneren Wesens hineingeblickt; damals wußte ich, daß ich unsterblich bin, weil ich mit dem Gotte den Zusammenhang gefunden hatte.","text_trust":"verbatim","quote_safe":true,"title":"Planetenentwickelung und Menschheitsentwickelung","site_heading":null,"date":"1907-05-20","location":null,"word_count":370,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/284/1907-05-20/p009","alignment_confidence":null,"alignment_reason":null,"two_voice_volume":false,"translation_credit":null,"edition_coverage":{"de":["original"],"en":["English"]},"available_versions":[{"lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/284/1907-05-20/p009"},{"lang":"en","edition":"English","edition_basis":null,"is_original":false,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/en/ga/284/1907-05-20/p009","paragraph_aligned":true}],"record":{"record_type":"unknown","scope":"volume","note":"How this text was taken down (shorthand transcript, listeners' notes or manuscript) is not on record here. Unknown is not an assurance of a stenogram: check the edition's own notes before resting an argument on one word.","evidence":null,"evidence_translation":null,"evidence_source":null}}