Planetenentwickelung und Menschheitsentwickelung

GA 284/1907-05-20/p013 ·1907-05-20 · original (original)
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Der Mensch arbeitet aber von seinem Ich aus auch seinen Ätherleib um. Was heißt: Arbeiten an dem Ätherleib? Wir wollen uns das durch ein Beispiel klarmachen. Sie können das an Ihrer eigenen Entwickelung tun. Erinnern Sie sich, was Sie als ein siebenjähriges Kind gewußt haben an Begriffen und Vorstellungen, und was Sie heute wissen, was Sie gelernt und verändert haben in Ihrem Vorstellungsleben. Sie werden sehr viel finden. Vergleichen Sie aber jetzt dies, was Sie gelernt haben, mit dem, was sich verwandelt hat von anderen Dingen, die auch in Ihnen sind, an Temperament, Gedächtnis, gewissen Grundeigenschaften der menschlichen Natur. Wenn Sie als achtjähriges Kind jähzornig waren, so wird noch manchmal dieser Jähzorn durchblicken. War Ihr Temperament ein melancholisches, so wird vielleicht Ihr ganzes Leben lang diese Färbung bleiben. So daß wir vergleichsweise sagen können: was der Mensch eigentlich lernt, bewegt sich so vorwärts wie der Minutenzeiger einer Uhr; aber was die Grundneigungen eines Menschen sind, das bewegt sich langsamer vorwärts, so wie der Stundenzeiger. Und so langsam wie der Stundenzeiger einer Uhr verwandelt sich der Ätherleib. Es ist der Ätherleib ein dichterer als der Astralleib; daher ist die Arbeit des Ich an dem Ätherleib im wesentlichen schwieriger als die Arbeit an dem Astralleib. Und erst, wenn das Ich nicht nur an seinen intellektuellen Vorstellungen arbeitet, sondern sein Temperament umzuwandeln beginnt, dann ist das begleitet von einer Umformung seines Ätherleibes. Für viele ist das nur möglich bei dem Übergang von einer Inkarnation in die andere. Aber gerade das ist das Wesentliche der okkulten Schulung: alles was du lernen kannst, ist nur Vorbereitung für die okkulte Schulung, und mehr hast du getan, wenn du irgendeine Grundstimmung fortzuschaffen dich bemüht hast, wenn du dein zum Beispiel melancholisches Temperament umgewandelt hast in ein harmonisches. In dem Augenblicke, wo wir beginnen, nicht nur Empfindungen und Impulse, sondern unsere Grundaffekte zu ändern, beginnen wir an dem Ätherleib zu arbeiten, und derjenige Teil des menschlichen Ätherleibes, der so vom Ich heraus umgestaltet ist, ist wiederum ein neues Glied der menschlichen Natur. Bewußt können heute die wenigsten Menschen diese Umformung des Ätherleibes bewirken, sondern nur die, welche in einer okkulten Schulung sind. Ein Gesetz in der pythagoräischen Schule war zum Beispiel, daß erst der Astralleib vollständig gereinigt werden mußte, bevor die Arbeit an dem Ätherleib beginnen konnte. Aber man muß unterscheiden zwischen der bewußten und unbewußten Schulung am Ätherleib. Der Teil, der von der Arbeit des Ich durchdrungen ist, heißt in der deutschen Sprache der «Lebensgeist» ; es ist dasselbe in seiner Grundwesenheit, was man in der theosophischen Literatur die «Buddhi» nennt.

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Cite: GA 284/1907-05-20/p013 · edition original