Planetenentwickelung und Menschheitsentwickelung
Nun wollen wir die Evolution des Menschen betrachten. Wer als Materialist bloß den physischen Leib kennt, macht sich auch von der Evolution des Menschen nur eine abstrakte Vorstellung. Wer aber einsieht, wie kompliziert der Mensch ist, sieht auch, wie kompliziert die Evolution des Menschen ist. Welches ist nun von diesen vier Gliedern das älteste, das vollkommenste? Da wird mancher überrascht sein, wenn er hört, daß das älteste und in seiner Art vollkommenste Glied der menschlichen Wesenheit das physische ist; es ist dasjenige, zu dem die längste Zeit notwendig war. Jünger ist der Ätherleib, noch jünger der Astralleib, und das Baby ist das Ich. Nur mit Unrecht nennt man den physischen Leib ein unvollkommenes Stück des Menschen. Betrachten Sie zum Beispiel nur den Bau des Oberschenkelknochens: ein wunderbares Kunstwerk. Da sind die Balken so weisheitsvoll gelegt, wie keine menschliche Ingenieurkunst es zustande bringen könnte, und sie sind so gelegt, daß der Oberkörper mit dem kleinsten Aufwand von Kraft getragen wird. Gehen wir nun von diesem Glied über zu dem Bau des menschlichen Herzens. Wer sich in das hineinvertieft, was unsere Physiologen uns vom Herzen und auch von den übrigen Organen lehren, der weiß, daß diese Glieder so weise aufgebaut sind, daß keine menschliche Weisheit in diese physischen Formen sogar nur eindringen kann. Der physische Leib wäre gut bei allen Menschen. Aber nun sehen wir uns den Astralleib an, was der das ganze Leben hindurch tut. Der Mensch führt durch die Tätigkeit seines Astralleibes dem physischen Leibe, zum Beispiel dem Herzen, fortwährend Herzgifte zu; aber das Herz ist so weise gebaut, daß es ganze Zeiten aushält gegen die Attacken des Astralleibes. Erst eine künftige Zeit wird den Astralleib ebenso weise finden, wie es heute der physische Leib ist. Der physische Leib ist das älteste Glied der Menschennatur, zu dem die längste Evolutionszeit notwendig war. Die Glieder der Menschennatur sind aber zusammengefügt mit der ganzen Umwelt. Ebenso wie der einzelne Finger nur bestehen kann, wenn er ein Glied der ganzen Hand ist, ebenso ist der Mensch nur im Zusammenhang mit dem ganzen Kosmos denkbar. Heben Sie ihn einige Meilen über die Erde hinaus, dann geht es ihm ebenso wie dem Finger, wenn Sie ihn abschneiden. Und nur weil der Mensch auf der Erde herumspazieren kann, gibt man diese Unselbständigkeit nicht zu.
Cite:
GA 284/1907-05-20/p016 · edition original