Erläuterungen zur Einrichtung und Ausgestaltung des Kongress-Saales

GA 284/1907-05-21/p003 ·1907-05-21 · original (original)
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Ein paar Worte will ich über die Farbe sagen, innerhalb welcher wir hier unsere Versammlungen gehalten haben. Daß dies die rote ist, hat seinen guten Grund. Sie bildet, wenn wir sie außen sehen, ihr Gegenbild im Inneren, denn das Auge hat die Tendenz, aus sich heraus das Grünlichblau zu erzeugen, wenn es rot vor sich hat: das ist die innere Aktivität des Auges. Beim Kind kommt viel darauf an, wie der Leib auf die äußeren Eindrücke antwortet. Ich verweise hier auf das, was ich in bezug auf die rote Farbe gesagt habe, als von der Erziehung die Rede war. Das Auge antwortet auf eine rote Umgebung mit einer Tendenz zur grünblauen Tätigkeit, und dieses innere Arbeiten ist beruhigend. Daher wirkt rote Farbe in der Umgebung auf aufgeregte Kinder beruhigend. Wenn Sie sich erinnern, daß spätere Entwickelungsstadien des Menschen auf einer höheren Stufe immer zurückführen auf die Kindheitsstufe, so werden Sie einsehen, warum für eine Stätte — die, wenn sie auch keine Einweihungsstätte ist, doch durch ihre Symbole daran erinnern soll — die Farbe gewählt wurde, welche in dem kindlichen Körper gerade die nach dem Heiligen hin gerichtete Farbe auslöst. Nicht umsonst heißt es in der Bibel: So ihr nicht werdet wie die Kindlein, könnet ihr nicht eindringen in die Reiche der Himmel. Unser Inneres muß so ätherrein werden wie der Weltenäther droben, der uns in Blau entgegentritt. Die Erziehung dazu drückt sich in der roten Farbe unserer Umgebung aus. Umgibt uns äußerlich das Rot, so lebt in unserem Inneren die Konträrfarbe. Daraus erklärt sich das Rot in allen Kultstätten der Esoteriker, während exoterische Stätten, in denen äußerlich und in Symbolen von den Geheimlehren gesprochen wird, die blaue Farbe tragen. Die rosenkreuzerische Weltanschauung drückt das Esoterische in der roten Farbe aus. Sollte der Raum im Sinne der rosenkreuzerischen Weltanschauung vollständig ausgestaltet sein, dann müßten sich oben noch blaue Bögen erheben.

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Cite: GA 284/1907-05-21/p003 · edition original