Der Ursprung der Architektur aus dem Seelischen des Menschen und ihr Zusammenhang mit dem Gang der Menschheitsentwickelung

GA 286/1913-02-05/p011 ·1913-02-05 · original (original)
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Allerdings kann man auch mit dieser Sache sonderbare Erfahrungen machen, wenn man damit an die ganz gescheiten Leute der Gegenwart herankommt. Da hat zum Beispiel jüngst einer von diesen gescheiten Leuten gesagt, daß diese nachatlantischen Zeiträume, wie sie sich zum Beispiel in meiner «Geheimwissenschaft» verzeichnet finden, nicht haltbar wären, denn wer die Sprachdenkmäler Indiens kenne, der würde niemals glauben, daß die indische Kultur so weit der ägyptisch-chaldäischen vorangegangen wäre, wie es im Sinne dieser «Geheimwissenschaft» dargestellt wird. - Nun, man kann sich nur wundern, daß solche sehr gescheiten Leute der Gegenwart es noch nicht dazu gebracht haben, selbst wenn sie auch manchmal Sanskrit lesen können, ein Buch, das in ihrer Muttersprache geschrieben ist, verständig zu lesen. Denn es ist in der «Geheimwissenschaft» doch ausdrücklich ausgesprochen, daß diejenige Kultur Indiens, auch die Veden-Kultur, mit welcher es die äußere Wissenschaft zu tun hat, nicht diejenige ist, von der in der «Geheimwissenschaft» als von der urindischen Kultur, der ersten Kultur der nachatlantischen Zeit, gesprochen ist, sondern daß man es bei der Vedenkultur mit einer Zeit zu tun hat, die zu der dritten nachatlantischen Kulturperiode zu rechnen ist, die also zeitlich parallel verläuft mit der ägyptisch-chaldäischen Kultur. Die ursprüngliche indische Kultur dagegen war eine solche, von der keine äußeren Dokumente und auch keine äußeren Denkmäler und dergleichen vorhanden sind und von der in den Veden nur letzte Anklänge enthalten sind. Ich will mich dabei nicht weiter aufhalten, sondern sage dies nur, weil der eine oder andere von Ihnen diesen Einwand zu hören bekommen könnte und vielleicht nicht gleich die Begriffe und Ideen bei der Hand hat, die einen solchen Einwand hinwegräumen können.

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