Der Ursprung der Architektur aus dem Seelischen des Menschen und Ihr Zusammenhang mit dem Gang der Menschheitsentwickelung

GA 286/1913-02-05/p021 ·1913-02-05 · original (original)
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Was würde das für eine Baukunst sein müssen, die einem solchen Seelischen entsprechen würde? Es müßte diejenige Baukunst sein, welche weniger wie der Pyramidenbau etwas wie eine Art von Abbild oder Repräsentation der kosmischen Verhältnisse zeigt, dafür aber mehr ein in sich abgeschlossenes, totales Wesen selber sein müßte; etwas, was sich selber trägt, und was sozusagen — ganz der Verstandes- oder Gemütsseele entsprechend - in dem Tragen der einzelnen Teile die Breite der Entwickelung zeigt, und weniger darauf bedacht ist, das, was in der Breite der Entwikkelung da ist, zusammenzuschließen. Niemand, der die Eigenart der Verstandes- oder Gemütsseele kennt, wie sie eben charakterisiert worden ist, kann daran zweifeln, daß die griechische und auch noch die römische Baukunst wie ein äußeres Bild des Verstandes- oder Gemütsseelenlebens zu verstehen ist.

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