Der Ursprung der Architektur aus dem Seelischen des Menschen und Ihr Zusammenhang mit dem Gang der Menschheitsentwickelung

GA 286/1913-02-05/p028 ·1913-02-05 · original (original)
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Und jetzt kommen wir in unser Zeitalter herein, in dem eine Weltanschauung, die nicht aus der Willkür, sondern aus den Notwendigkeiten der menschlichen Entwickelung heraus arbeiten will, sich klar werden muß, daß sich der Mensch wieder herausarbeiten muß aus dem Seelischen ins Geistige hinein, daß der Mensch im Geistselbst geistig in sich selber ruht. Wie nur der Vorbote dieses Prozesses erscheint dabei der gotische Bau mit seiner besonderen Architektur der durch die Fenster durchbrochenen Wand, mit seinem Sichöffnen für das, was hereinkommen kann, für das, was jetzt kommen muß! Wie der rechte Vorbote dessen, was jetzt kommen soll - wo die Wand notwendig zu einer Gliederung hinführt und in dieser Beziehung auch nur Füllsel, Dekoration ist, nicht das Umschließende, wie die Wände des griechischen Tempels —, wie ein Vorbote erscheint dieser gotische Bau zu dem, was nun der neue Bau für die Umschließung der kommenden Weltanschauung werden muß, der neue Bau, dessen wesentliche Eigentümlichkeiten von mir schon da oder dort angedeutet worden sind und von dem einige Wesentlichkeiten sogar schon versucht worden sind, zum Beispiel beim Stuttgarter Bau.

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