7. Die Wahren Ästhetischen Formgesetze

GA 286/1914-07-05/p025 ·1914-07-05 · original (original)
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Wenn nun jemand das, was ich hier gezeichnet habe, zur Figur machte, das heißt aus dem Kosmos abzeichnete, und das in irgendeinem Motiv erblicken würde, so würde er einfach in diesem Formzusammenhang ein tiefes Weltgeheimnis empfinden. Wenn irgendein Linienzusammenhang zugrunde liegt einer solchen Figur, und vielleicht nur einzelne von diesen Linien ausgedrückt sind, die anderen in ganz anderer Weise, so würde derjenige, der Sinn hat - nicht für verstandesmäßiges Auffassen der Sache, sondern für unmittelbare Empfindungen, die auf ihn wirken - in diesem Formzusammenhang selbst ein Geheimnis des Weltenalls empfinden, das heißt, er würde sagen: Ja, was drückt mir denn diese Form aus? Ich weiß es nicht, ich kann es nicht wissen, aber ich ahne es, ich empfinde es, daß damit ein Geheimnis ausgedrückt ist. - Das ist es zuweilen, was uns die Seele in Begeisterung versetzt, was uns das Herz höher schlagen läßt, wenn wir irgendwelche Formen empfinden. Wir können uns nicht immer zum Bewußtsein bringen, was darinnen liegt, aber unser Astralleib, unser Unterbewußtsein, in dem Sinne, wie ich es im letzten Vortrag hier angeführt habe, wie er das Mathematische enthält, so enthält er die Geheimnisse des Kosmos und empfindet es in der Tiefe. Wenn der Mensch sagt: Ich empfinde irgend etwas als Schönheit, aber ich kann mir nicht erklären, was es eigentlich ist, - ja, dann geht in seinem Astralleib irgend etwas vor. Das, was vorgeht in ihm, könnte man etwa ausdrücken, indem man sagt: er fühlt tief geheimnisvolle Mysterien des Weltalls, und das drückt sich nicht aus in ihm durch Vorstellungen und Gedanken, sondern durch ein Gefühl: Ach, schön ist diese Form! - Der Grund, warum er dies als Wärme durch seine Seele, durch sein Herz ziehen fühlt, der Grund ist der, daß in diesem Augen blick, wenn er im Astralleibe so bewußt wäre wie im Ich, er eine tiefe Erkenntnis durchschauen würde in bezug auf den Kosmos.

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