7. Die Wahren Ästhetischen Formgesetze

GA 286/1914-07-05/p031 ·1914-07-05 · original (original)
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Auf eines speziell angewendet, heißt das: Man nehme einmal an, irgendein Lebewesen lebe in einer bestimmten Umgebung und zeige die merkwürdige Eigenschaft, daß es in seiner Färbung der Umgebung ähnlich ist. Nehmen wir an, das Wesen lebt im Sand, der eine gewisse Färbung hat. Man bemerkt in solchen Fällen, daß solche Wesen die Färbung des Sandes annehmen. Da sagt derjenige, der an der zweckmäßigen Einrichtung, wie eben gesagt, festhält: Zweckmäßig ist es wohl, daß die Wesen die Färbung ihrer Umgebung haben; daher können die Feinde diese Wesen nicht sehen und können sie nicht verfolgen; sie werden nicht gefressen. Sie haben also denjenigen, die anders gefärbt sind als der Sand, voraus, daß sie nicht gefressen werden. Also waren einmal Wesen entstanden, die gefärbt waren wie der Sand, und solche, die alle möglichen Farben hatten; aber die, die alle möglichen anderen Farben hatten, die wurden von den Feinden gesehen und gefressen, die hatten Nachteil im Kampf ums Dasein. Die anderen aber, die zufällig die Farbe des Sandes hatten, die blieben übrig und vererbten diese Eigenschaft auf die Nachkommen. Die andersartig gefärbten sind ausgestorben, und die, die so wie der Sand sind, die haben sich im Kampf ums Dasein erhalten.

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