7. Die Wahren Ästhetischen Formgesetze
Natürlich ändert sich die Färbung durch jenen Kampf, der entsteht zwischen der unmittelbaren Umgebungsfärbung und dem direkten Sonnenlicht. Aber auch die Einwirkung des direkten Sonnenlichtes auf den Astralleib ist so, daß tatsächlich auf dem Umweg durch das Seelische in den Astralleib etwas eindringt, was wiederum ausstrahlt und das ganze Wesen durchdringt. Bis in die Färbungen der Vogelfedern hinein, bis in die Färbung der Pelze der Tiere wird man erkennen, daß diese Färbungen das tiefere Ergebnis jenes Bewußtseins sind, welches entsteht zwischen dem Astralleib und der Umgebung. Das heißt: Das lebendige Wesen lebt und webt im flutenden Farbensein und identifiziert sich mit diesem flutenden Farbensein. Das tut der Mensch auch unter der Schwelle seines Ich, nur in einem höheren Sinn, das heißt unser Leben ist verbunden mit dem Leben des flutenden Farbenmeeres. Bloß eines haben wir als Menschen voraus, das ich jetzt gewissermaßen nur andeutend ausdrücken kann. Denken Sie sich einmal - zum Vergleich sei es gesagt -, es gäbe Tiere, die immer unter dem Wasser schwimmen und nie an die Oberfläche kommen. Die haben Wasser in der Umgebung; sie richten sich nach dem ein, wie das ist, was sie aufnehmen aus dem Wasser. Andere müssen an die Oberfläche kommen und richten sich auch ein nach dem, was über der Oberfläche des Wassers ist. Statt des Wassers denken Sie sich nun ein flutendes Farben- und Lichtmeer. Alle Tiere leben wie unter der Oberfläche des Farben- und Lichtmeeres, daher richten sie ursprünglich ihre Färbung ein im Sinne dieses Farben- und Lichtmeeres.
Cite:
GA 286/1914-07-05/p034 · edition original