7. Die Wahren Ästhetischen Formgesetze

GA 286/1914-07-05/p044 ·1914-07-05 · original (original)
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Damit war es vorbei, als das alte atavistische Hellsehen und damit das Zusammenhängen des Menschen mit dem Kosmos aufgehört hat, und die imitative Kunst begann, das Nachahmen, weil man nicht mehr in sich hatte die Linienführung und das andere der Kunst, nicht mehr in sich hatte dies Gefühl: Ich will mich nähern der Gottheit; ja, da ist sie, die Gottheit, ich komme zu ihr. - In diesem Augenblick, wo man das Gefühl entwickelte, aufzugehen in der Gottheit, da wurde es einem «blau» vor den Augen; und wollte man es ausdrücken, man drückte es in Blau aus. Aber kam einem ein Feind entgegen, ein fremdes Wesen, das einen zurückstieß: Rot! Man hatte das als unmittelbares Erlebnis, man brauchte nichts zu imitieren. Damit war es aus, als der atavistische Zusammenhang mit dem Weltenall aufhörte, und es begann die imitative Kunst, die in dem griechisch-lateinischen Zeitalter für die Plastik, und für die Malerei an der Wende zum fünften Zeitalter ihren Höhepunkt erlebte.

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