Vierter Vortrag
Es ist dem heutigen Menschen recht schwierig, die Erlebensformen ebenso hinzunehmen wie die Verstandesformen. Nun werde ich Ihnen eine solche Erlebensform sagen. Ich kann sie nur beschreiben, verstehen kann sie aber jeder, der versucht, mit seinem eigenen Erleben das durchzumachen, was ich beschreibe. Wie kann man eine solche Form empfinden, und fühlen was sie ausdrückt? Man kann es auf folgende Weise. Man kann sich klarmachen morgens, wenn man aus dem Bette aufsteht und zu seiner Tagesarbeit übergeht: du bist jetzt aus der liegenden Haltung - manche sagen liegende Stellung - übergegangen in das Stehen und in das Gehen. Das ist ein Erleben; allerdings ein Erleben, das nicht viele Menschen sich zum Bewußtsein bringen, aber es ist ein Erleben, aus der liegenden Haltung in eine stehende oder gehende Haltung überzugehen. Es ist ein Erleben. Das Erleben besteht darinnen, daß, wenn man liegt, die Schwerkraft auf einen wirkt wie auf einen liegenden Sack, sagen wir einen Mehlsack. Es wirkt wirklich auch die Schwerkraft im tieferen Sinn, denn, wenn Sie liegen, liegen Sie immer auf irgendeiner Fläche Ihres Leibes, und diese Fläche drückt auf ihre Unterlage, so daß Sie immer auf die Fläche, auf welcher Sie liegen, drücken. Diesen Druck empfinden Sie zwar gewöhnlich nicht; aber er ist da; er ist ein Impuls, der mit der ganzen Empfindung der Schwerkraft zusammenhängt, er wirkt gleichsam hinein in Ihren astralischen Leib. Was da als Druckfläche existiert, wirkt hinein in den Astralleib.
Cite:
GA 287/1914-10-25/p021 · edition original