Vierter Vortrag
Wir in unserer Zeit haben nicht zu unserem Grundton das griechische innere Impulsleben und insbesondere nicht in uns das, was in der Evolution der Menschheit jetzt erst beginnen und sich ausdrücken soll in unserem Bau. Es muß gewissermaßen übergehen der aus der Ruhe sich erhebende Mensch nicht nur in das Stehen, sondern auch wirklich in das Gehen. Er muß künstlerisch neben der Gefühlssphäre die Willenssphäre kennenlernen. Das kann nur erreicht werden dadurch, daß das allseitig Symmetrische in das Symmetrische mit nur einer Symmetrieachse verwandelt wird. So daß man sagen kann: In dem Augenblick, wo wir verwandeln das Baumotiv in ein solches, welches nur eine Symmetrieachse hat, haben wir in dem Bau ausgedrückt nicht bloß das Erlebnis des aus der Ruhe in das Fühlen übergehenden Menschen, sondern desjenigen Menschen, der aus dem Fühlen in das Wollen, in das Gehen übergeht. Ein fortschreitendes Motiv ist das Motiv des Willens.
Cite:
GA 287/1914-10-25/p031 · edition original