Vierter Vortrag

GA 287/1914-10-25/p038 ·1914-10-25 · original (original)
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Erweitern wir dadurch nicht den Blick zu einem solchen, der dasjenige überschaut, in dem er sonst darinnensteht? Und ist nicht unsere Geisteswissenschaft ein Mittel, um zu solcher Überschau zu kommen? Man denke nur, wie unendlich vieles dazu beigetragen werden könnte, daß die Menschen aller Kulturgemeinschaften sich gegenseitig verstehen, sich gegenseitig liebevoll umschließen, wenn in das lebendige Fühlen und Wissen aufgenommen wird dasjenige, was wir das letzte und vorletzte Mal entwickelt haben. Wie könnte der Angehörige der einen Kulturgemeinschaft den Angehörigen einer anderen Kulturgemeinschaft einfach hassen und über ihn schimpfen, wenn er dasjenige weiß, was wir das letzte und vorletzte Mal entwickelt haben? Wie wird die aus der Willenssphäre kommende Willensbeschränktheit in einer einzelnen Kulturgemeinschaft erweitert zu der Harmonie aller Kulturgemeinschaften, wenn wir wissen, was einer jeden Kulturgemeinschaft zugeteilt ist!

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