Vierter Vortrag

GA 287/1914-10-25/p059 ·1914-10-25 · original (original)
Record: unknown. How this text was taken down (shorthand transcript, listeners' notes or manuscript) is not on record here. Unknown is not an assurance of a stenogram: check the edition's own notes before resting an argument on one word.

Aus einem solchen Vergleich kann ein inbrünstiges Gefühl hervorgehen, das wir uns verdeutlichen können an der Frage: Wodurch ist denn die christliche Kultur in ihrer ersten Form entstanden? Ich habe ja schon öfter darauf hingewiesen, daß alle solche Kulturimpulse auf ähnliche Weise entstanden sind; dadurch nämlich, daß die ersten Bekenner eines solchen Kulturimpulses, die ersten, die sich dazugerechnet haben, in ihrer Seele genügend stark waren, um diesen Impuls in ihrer Seele als allbeherrschend zu empfinden. Was wäre denn geworden aus dem Christentum, wenn die ersten Christen nicht allbeherrschend die christlichen Impulse in ihrer Seele getragen hätten? Wissen wir doch, daß die tonangebende Kultur im Römischen Reich oben - in dem, was gleichsam das physische Licht des Tages hatte - eine andere gewesen ist als die christliche Kultur, die sich unten im Dunkeln in kleinen Konventikeln, in den Katakomben entwickelt hat, und die dann hinaufgestiegen ist. Wissen wir doch, daß nichts geblieben ist von der römischen Kultur, und daß das, was sich unten im tiefsten Dunkel der Katakomben entwickelt hat, heraufgestiegen ist, weltbeherrschend geworden ist. Das ist deshalb geschehen, weil es drunten in den Katakomben in die Herzen und Seelen gelegt worden ist.

Read this passage in another edition
DEoriginalENEnglish
Raw JSON: /v1/steiner/de/ga/287/1914-10-25/p059.json
Cite: GA 287/1914-10-25/p059 · edition original