{"corpus":"steiner","locus":"GA 288/1920-04-05/p010","lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"text":"So kann belebt werden das Zusammensein mit einer Farbe, aber namentlich mit vielen Farben. Und alle diese Dinge sind tatsächlich in dem Naturschaffen drinnen. Und das kann nur derjenige verstehen, der sich in diesem Einleben in die Glieder des Naturschaffens erzieht. Daher ist es etwas auffällig, wenn, sagen wir, im jetzigen, ja an sich ganz berechtigten neuen Kunststreben doch wiederum Dinge einem entgegentreten, die eigentlich zeigen, dass man herausgekommen ist aus dem Nachschaffen der Natur und, nicht wahr, in etwas hineingekommen ist, dass man eigentlich im Unkünstlerischen nach neuen künstlerischen Dingen strebt. Wenn wir sehen, dass allerlei Expressionistisches und Futuristisches und so weiter in beliebiger Weise zusammenstellt dasjenige, anders zusammenstellt, was in der Natur in einer gewissen Weise erscheint, so liegt sehr häufig- nicht immer selbstverständlich - in einem solchen Zusammenstellen etwas sehr Unberechtigtes. Derjenige, der zum Beispiel ein menschliches Auge formt, er kann nicht anders, wenn er überhaupt nicht etwa bloß sieht, sondern wenn er mit den schaffenden Kräften der Natur innig zu leben weiß, der kann nicht anders als das zweite Auge auch an die rechte Stelle setzen, aus dem einfachen Grunde, weil das eine Auge gar nicht etwas für sich ist, sondern erst mit dem zweiten Auge etwas ist. Aber auf das innere wesenhafte Schaffen der Natur kommt man erst, wenn man eben mit den Entitäten der Natur, also zum Beispiel mit den Farben, leben kann.","text_trust":"verbatim","quote_safe":true,"title":"Die Hieroglyphe des Dornacher Baus II","site_heading":null,"date":"1920-04-05","location":null,"word_count":229,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/288/1920-04-05/p010","alignment_confidence":null,"alignment_reason":null,"two_voice_volume":false,"translation_credit":null,"edition_coverage":{"de":["original"],"en":["English"]},"available_versions":[{"lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/288/1920-04-05/p010"},{"lang":"en","edition":"English","edition_basis":null,"is_original":false,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/en/ga/288/1920-04-05/p010","paragraph_aligned":true}],"record":{"record_type":"unknown","scope":"volume","note":"How this text was taken down (shorthand transcript, listeners' notes or manuscript) is not on record here. Unknown is not an assurance of a stenogram: check the edition's own notes before resting an argument on one word.","evidence":null,"evidence_translation":null,"evidence_source":null}}