Die Hieroglyphe des Dornacher Baus II
Weil nun hier im kleinen Kuppelraum aus der Farbe heraus geschaffen ist, sind natürlich die Motive nur das Novellistische, nicht einmal das wirklich bildnerisch Künstlerische. Aber Sie haben ja die Sache selbst gesehen, und Sie werden daher vielleicht sich erinnern, gerade an den Bildern, die ich hier zeigen kann, an dasjenige, was Sie gesehen haben. Es ist vielleicht sogar interessant, zu schen, wie dasjenige, was dort an der Kuppelwand sich befindet, doch eben nicht nachgebildet werden kann, wenn man das bloße Motiv hat. Aber das Motiv selbst, wenn man es hat, es muss zeigen, dass es etwas Unvollkommenes hat. Es kann einfach ein Motiv, das nur in Schwarzweiß erscheint, nicht befriedigen, weil man sich sagen muss, was fehlt. Es muss natürlich fehlen; denn dasjenige, was eigentlich dargestellt werden soll, das sind Farbflächen, das ist nicht Schwarzweiß, und das sind nicht Linien, während uns jetzt gerade dasjenige erscheinen wird, was das Novellistische ist, der Gedanke, der eigentlich im Grunde gar nicht zur Sache gehört.
Cite:
GA 288/1920-04-05/p015 · edition original