Die Hieroglyphe des Dornacher Baus II

GA 288/1920-04-05/p049 ·1920-04-05 · original (original)
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Aber es scheint ja tatsächlich so, als ob die Seelen weiter schlafen wollten, als ob die meisten sich doch sagten: Ach was, auf Neues sich einlassen! Die Sachen werden ja doch nur gut, wenn wir wiederum auf das zurückkommen und mit dem fortwirtschaften, was so ungefähr bis 1914 war. Danach sehnen sich ja viele Leute. Meine lieben Freunde, das kommt nicht wieder. Und diejenigen, die das wollen, und die daran arbeiten, das wieder herbeizuführen, diejenigen, die sich nicht aufschwingen können zu dem Gedanken, dass etwas so Neues unter uns kommen müsse wie die Baustilformen dieses Baues hier sind, die arbeiten mit am Untergange der Menschheit. Ist es denn nicht eigentlich, ich möchte sagen, in Bezug auf die Kultur der Menschheit und ihre Entwicklung herzzerreißend gewesen, wie vor einigen Tagen hier Doktor Kolisko sagen musste, wie charakterisiert werden musste, wie aufgeleuchtet hat an der Wende des 18. zum 19. Jahrhundert und weit in das 19. Jahrhundert hinein die Goethe-Kultur, und dass diese Goethe-Kultur vollständig versiegt ist. Sie war in den achtziger Jahren in Deutschland schon versiegt.

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