7. Über das Goetheanum

GA 289/1921-08-27/p008 ·1921-08-27 · original (original)
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Wer Formen künstlerisch schauen kann, empfindet in den Formen, die durch Tragen und Lasten und anderes für den griechischen Tempel geschaffen worden sind, noch, wie in älteren Zeiten dem Toten, der sich nach dem Tode auf der Erde noch aufhielt, der gewissermaßen als chthonische Gottheit, als Erdengottheit wirkte, aus dieser Erde heraus dieses Wohnhaus geformt wurde; sodass eine Fortsetzung der Schwerkräfte der Erde, wie sie der Mensch empfinden kann, wenn er seine Gliedmaßenwesenheit irgend durchschaut, ein solcher Zusammenhang von Kräften als Tempel errichtet worden ist. Der griechische Tempel ist nur als vollständig anzusehen, wenn man ihn so ansieht, dass die Statue des Gottes drinnen ist. Derjenige, der Formgefühl hat, kann sich einen leeren griechischen Tempel nicht als etwas Vollständiges denken. Nur das kann er sich denken, das kann er empfinden, dass diese Hülle die Statue der Athena, des Zeus, des Apollon und so weiter in sich enthält.

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