{"corpus":"steiner","locus":"GA 30/e01/p058","lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"text":"[^4]: Es wird von denjenigen, die gerne gläubig an dem Vorhandensein von Zwecken in der Natur festhalten möchten, immer wieder betont, daß Darwins Anschauungen den Zweckgedanken doch nicht beseitigten, sondern ihn erst recht benutzen, indem sie zeigen, wie die Verkettung von Ursachen und Wirkungen durch sich selbst notwendig zur Entstehung des Zweckmäßigen führen müsse. Es kommt aber nicht darauf an, ob man das Vorhandensein von zweckmäßigen Bildungen in der Natur zugibt oder nicht, sondern ob man annimmt oder ablehnt, daß der Zweck, das Ziel als Ursache bei Entstehung dieser Bildungen mitwirkt. Wer diese Annahme macht, der vertritt die Teleologie oder Zweckmäßigkeitslehre. Wer dagegen sagt: der Zweck ist in keiner Weise bei der Entstehung der organischen Welt tätig; die Lebewesen entstehen nach notwendigen Gesetzen wie die unorganischen Erscheinungen, und die Zweckmäßigkeit ist nur da, weil das Unzweckmäßige sich nicht erhalten kann; sie ist nicht der Grund der Vorgänge, sondern deren Folge: der bekennt sich zum Darwinismus. Das beachtet nicht, wer wie Otto Liebmann behauptet: «Einer der größten Teleologen der Gegenwart ist Charles Darwin» (Gedanken und Tatsachen, 1. Heft, S. 113). Nein, er ist der größte Antiteleologe, weil er solchen Geistern wie Liebmann, wenn sie ihn verstünden, zeigen würde, daß das Zweckgemäße erklärt werden kann, ohne daß man die Tätigkeit von wirkenden Zwecken voraussetzt.","text_trust":"verbatim","quote_safe":true,"title":"Haeckel und seine Gegner","site_heading":null,"date":null,"location":null,"word_count":212,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/30/e01/p058","alignment_confidence":null,"alignment_reason":null,"two_voice_volume":false,"translation_credit":null,"edition_coverage":{"de":["original"],"en":["English"]},"available_versions":[{"lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/30/e01/p058"},{"lang":"en","edition":"English","edition_basis":null,"is_original":false,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/en/ga/30/e01/p058","paragraph_aligned":true}],"authorship":{"kind":"editorial","is_steiner":false,"speaker":"the editor","note":"This passage is an editor's footnote or endnote ([^n]: marker), NOT lecture text. Any Steiner words inside it are the editor's report of a variant or shorthand and must not be quoted as the lecture."},"attribution_warning":"This passage is an editor's footnote or endnote ([^n]: marker), NOT lecture text. Any Steiner words inside it are the editor's report of a variant or shorthand and must not be quoted as the lecture."}