Zweiundzwanzigste Konferenz
RUDOLF STEINER: Sie müssen sich [bei der Wahl der Arbeiten] anpassen an die Bedürfnisse. Es gibt nicht die Möglichkeit, auf alles ein gewisses künstlerisches [Tun] anzuwenden. Man sollte [das Entwickeln des Künstlerischen] nicht versäumen, den künstlerischen Sinn nicht verdorren lassen. [Aber] Sie können nicht viel mit dem künstlerischen Sinn anfangen, wenn die Kinder einen Strumpf stricken sollen. Wenn ein Kind einen Strumpf gestrickt hat, kann man immer unterbrechen [und irgendeine Niedlichkeit dazwischen machen lassen]. Wir wollen [in die Zusammenkunft] am Abend soziale Pikanterien hineinbringen, wollen ganz kleine geschmackvolle Bändchen machen lassen mit etwas Anhänglichem aus Papier. Ja nicht ins Fröbeln [kommen]! Dinge, die man brauchen kann, die im Leben eine Bedeutung haben, die kann man geschmackvoll künstlerisch machen. Keine Konzessionen! Nicht Dinge machen lassen, die nur Finessen oder Koketterien entspringen. — Nicht für vieles wird man Papier anwenden können. Ich hoffe, auch noch hineinzugehen.
Cite:
GA 300a/1921-01-16/p171 · edition original