Vierunddreissigste Konferenz

GA 300b/1922-06-21/p013 ·1922-06-21 · original (original)
Record: unknown. How this text was taken down (shorthand transcript, listeners' notes or manuscript) is not on record here. Unknown is not an assurance of a stenogram: check the edition's own notes before resting an argument on one word.

In der Chemie würde es notwendig sein, die chemischen Leitbegriffe [Säure, Salz, Base] möglichst vollständig zu entwickeln, sodass man weiß, was ist Alkohol, was ist ein Aldehyd. Die traditionellen Sachen, [die Trennung zwischen organischer und anorganischer Chemie], wollen wir weniger berücksichtigen. Das scheint mir dasjenige zu sein, wo hineingeflochten werden kann die Übersicht [über] die Stoffe. Ich würde es nicht für richtig finden, wonach zuerst eine Art Chemie entwickelt wird an Stoffen. Es ist besser, so den Prozess zu entwickeln, und da müsste man die Stoffe und die Metalle hineinkriegen, [so]dass im Unterricht das Gefühl hervorgerufen wird, das: es bei den Stoffen nur zu tun hat mit festgehaltenen Prozessen; dass die Vorstellung hervorgerufen wird, wie die Stoffe stehen gebliebene Prozesse sind. Wenn man ein Stück Schwefel vor sich hat, hat man den stehen gebliebenen Prozess vor sich. Wenn ich hier stehe und es regnet furchtbar, so habe ich einen Vorgang, in den ich eingespannt bin. Wenn ich aber die Wolke [von Weitem] anschaue, kommt [sie] mir wie ein Gegenstand vor. Wenn ich gewisse Vorgänge betrachte, ist es, wie wenn ich im Regen stehe. Wenn ich den Schwefel betrachte, ist es so, wie wenn ich die Wolke [von Weitem] betrachte. [Stoffe sind] erstarrt ausschauende Prozesse.

Read this passage in another edition
DEoriginalENEnglish
Raw JSON: /v1/steiner/de/ga/300b/1922-06-21/p013.json
Cite: GA 300b/1922-06-21/p013 · edition original