Achtundvierzigste Konferenz
Was die Frage des Atems betrifft, so handelt es sich darum, dass Eurythmie näher dem Atem liegt, während Turnen näher dem Blutprozess liegt. Das für das Turnen Wesentliche ist, dass mit Ausnahme der Beschleunigung des Atems im Verlauf des Turnens, was ein physiologischer Prozess ist, das Turnen im Wesentlichen eigentlich methodisch so gestaltet werden muss, dass der Atmungsprozess nicht davon tangiert wird. Eine Turnübung kann man als unrichtig bezeichnen, wenn sie den Atmungsprozess bei richtiger Körperhaltung beeinträchtigt. Es müssten Turnübungen ausgeschlossen werden, wenn man sehen würde, dass der Atmungsprozess gestört würde bei richtiger Körperhaltung. Aber im Wesentlichen scheint mir, wenn ich alles gesehen habe, was vorhanden ist, dass alle die Atemübungen, die registriert werden in den neuen Turnmethoden, dass die alle im Wesentlichen darauf beruhen, dass man die richtige Körperhaltung hervorrufen will, dass man das Atmen wie eine Reaktion behandelt. Ich habe bemerkt, dass dasjenige, was angegeben ist, im Wesentlichen Herstellung der richtigen Körperhaltung ist, insoferne es sich durch den Atmungsprozess ausdrückt. Das ist das, worauf beim schwedischen Turnen eine große Rücksicht genommen worden ist. Das wären die Bemerkungen, die ich berühren möchte.
Cite:
GA 300b/1923-03-01/p024 · edition original