Achtundvierzigste Konferenz
RUDOLF STEINER: Hier beginnt die Pathologie [und Therapie] des Turnens. Was Sie Turnschmerzen nennen, beruht darauf, dass jener Prozess zwischen Blut und Muskeln bei solchen Kindern dazu führt, dass sich Harnsäurekristalle ablagern, und da handelt es sich darum, dass man diesen ins Anorganische hineingehenden Stoffwechsel be-kämpft, medizinisch oder durch Diät. An sich kann das nur da die Aufgabe sein, wo man sieht, dass das Turnen nicht [bloß] bis zu einem gewissen Grade ermüdet, sondern über den Grad hinaus. Da muss man versuchen, ins Therapeutische hinüberzugehen. Das Turnen zeigt am meisten im Leben, ob ein Kind gesund ist oder nicht. Wenn man prüfen will, ob einer in drei Jahren die Gicht kriegt, so könnte man das so machen, dass man ihn sich anstrengen lässt, und wenn er da zunächst funktionell gichtische Empfindungen zeigt, dann bekommt er in drei Jahren die Gicht. In unserer jetzigen Zeit, wo die Kinder unterernährt sind, weil dieser Prozess zwischen Blut und Muskeln nicht mehr funktioniert, in unserer Zeit werden die Kinder im höchsten Maße sich so zeigen.
Cite:
GA 300b/1923-03-01/p036 · edition original