Vierzehnter Vortrag

GA 303/1922-01-05/p098 ·1922-01-05 · original (original)
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Nun muß ja gesagt werden, daß, wenn ein höheres Bewußtsein ausgebildet wird, dieses dann eben andere Inhalte hat als das gewöhnliche Bewußtsein. Nun scheint in dem, was dieser Frage zugrunde liegt, geschlossen zu sein, daß, weil ja die Erkenntnisgrenzen durch das übersinnliche Bewußtsein überschritten werden, man es jenseits der Erkenntnisgrenzen nicht mit der Liebeentfaltung und mit der Erinnerungsentfaltung zu tun hat. Das ist ganz richtig; aber es wird auch immer betont, daß eine richtige Schulung darinnen besteht, daß man diejenigen Eigenschaften, die man für das gewöhnliche Bewußtsein entwickeit hat, neben all den anderen Eigenschaften behält. Ja, es wird sogar, wenn Sie sich die Schulung anschauen, wie ich sie charakterisiere in meinem Buche: «Wie erlangt man Erkenntnisse der höheren Welten?», darauf gesehen, daß diese gewöhnlichen Lebenseigenschaften verstärkt werden, wenn man in das höhere Bewußtsein hinaufschreitet. Also es wird nichts genommen von diesen inneren Fähigkeiten des gewöhnlichen Bewußtseins. Man bekommt nur dasjenige hinzu, was das erhöhte Bewußtsein braucht. Ich möchte einen vielleicht etwas trivialen Vergleich gebrauchen, der ja nicht ganz zutreffend ist, aber der dennoch die Sache vielleicht ein wenig beleuchten kann.

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Cite: GA 303/1922-01-05/p098 · edition original