Vierter Vortrag

GA 310/1924-07-20/p010 ·1924-07-20 · original (original)
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Nun muß im Sinne einer auf Menschenerkenntnis gebauten Pädagogik das Schreibenlernen vorausgehen dem Lesenlernen. Warum? Nun, im Schreibenlernen wird ein gutes Stück von dem ganzen Menschen arbeitend in Anspruch genommen, nicht bloß einseitig der Kopf, wie es beim Lesenlernen ist. Wenn Sie an das Kind wirklich heran wollen, so müssen Sie in diesem Lebensalter, unmittelbar nach dem Zahnwechsel noch, an das ganze Kind womöglich herankommen. Das Kind, das beim Schreiben sich so betätigt, daß wenigstens der ganze Oberkörper daran beteiligt ist, das ist in ganz anderer Weise in innerer Regsamkeit, als wenn man beginnt mit der Anschauung von Formen, die nur den Kopf beschäftigen. Die emanzipierte, selbständige Anwendung von Kopffähigkeiten ist erst in späteren Lebensaltern möglich. Daher kann man nur den Übergang machen, daß das Kind, wenn es geschrieben hat, sich auch das Geschriebene lesend einprägt.

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