Zehnter Vortrag

GA 310/1924-07-24/p014 ·1924-07-24 · original (original)
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Da wuchs aus all diesen verwirrenden Idealen in Stuttgart bei Emil Molt die Idee heraus, für die Kinder, die den Arbeitern der WaldorfAstoria-Zigarettenfabrik entstammten, eine Schule zu begründen. Und Emil Molt, der ja auch hier ist, hatte den Einfall, mir die Leitung dieser Schule zu übergeben. Da konnte sie nicht anders werden als anthroposophisch. Das war das Gegebene. Das Schicksal konnte es eben nicht anders machen. Mit 150 Kindern, die der Waldorf-Astoria-Fabrik entstammten, wurde die Schule begründet. Sie wurde mit Lehrern versehen, die aus der anthroposophischen Bewegung herausgeholt wurden. Durch das württembergische Schulgesetz war es möglich, die, welche man für geeignet hielt, als Lehrer aufzustellen; denn man machte keine andere Bedingung, als daß die, welche Lehrer werden sollten, nachweisen sollten, daß sie im allgemeinen zu so etwas taugen. Es war das alles noch vor der großen Befreiung der Menschheit durch die weimarische Nationalversammlung. Seit jener Zeit hätte man nicht mehr in dieser freien Weise vorgehen können. Aber so konnte man einmal anfangen, und es wird ja möglich sein, wenigstens durch ein paar Jahre auch die unteren Klassen zu haben.

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