Zweiter Vortrag
Nun denken Sie sich einmal, so etwas, was, wenn man es zunächst im Funktionellen beobachten könnte, einfach eine hysterische Erscheinung wäre, kommt funktionell überhaupt nicht zum Ausdruck. Es kann das durchaus sein. Es kommt funktionell nicht zum Ausdruck. Der Ätherleib drückt es sogleich in den physischen Leib hinein. Es erscheint auch nicht als eine ausgesprochene Erkrankung irgendwie in den Unterleibsorganen, aber es ist drinnen. Es ist also in den Unterleibsorganen, sagen wir, etwas, was wie ein Stempelabdruck der Hysterie ist. Dadurch, daß es sich in das Physische hinein abgedrückt hat, kommt es nicht psychisch als hysterische Erscheinung zum Vorschein, aber es ist auch noch nicht stark genug, um eine belästigende Krankheit, physische Krankheit zu sein. Aber es ist dann stark genug, um doch im ganzen Organismus zu wirken. Dann haben wir die eigentümliche Erscheinung, daß so etwas, was, ich möchte sagen, schwebt zwischen Krankheit und Gesundheit, daß das vom Unteren aufs Obere hinaufwirkt, aufs Obere zurückwirkt, das Obere gewissermaßen ansteckt und in seinem Negativ erscheint. Diese Erscheinung, wo gewissermaßen der erste physische Folgezustand des Hysterischen in seiner Wirkung auf die Gebiete erscheint, die sonst, wenn sie einseitig, unregelmäßig werden, der Neurasthenie unterliegen, diese Erscheinung, die gibt die Anlage zur Tuberkulose.
Cite:
GA 312/1920-03-22/p012 · edition original