Zweiter Vortrag
Das ist ein interessanter Zusammenhang. Die Anlage zu Tuberkulose ist eine Rückwirkung der Ihnen eben geschilderten Tätigkeit im Unteren auf das Obere. Diese ganz merkwürdige Wechselwirkung, die da entsteht dadurch, daß ein nicht ganz auslaufender Prozeß, wie ich ihn geschildert habe, zurückwirkt auf das Obere, gibt die Anlage zu Tuberkulose. Man wird nicht finden irgend etwas, was rationell der Tuberkulose beikommt, wenn man nicht auf diese, ich möchte sagen, Ur-Anlage des menschlichen Organismus zurückgeht. Denn daß die Parasiten Platz greifen im menschlichen Organismus, das ist nur eine Folgeerscheinung jener Ut-Anlagen, von denen ich Ihnen jetzt eben gesprochen habe. Das widerspricht nicht der Tatsache, daß, wenn die nötigen Voraussetzungen dazu da sind, so etwas wie die Tuberkulose ansteckend ist. Natürlich müssen die nötigen Voraussetzungen dazu dasein. Aber es ist schon so, daß bei einem furchtbar großen Teile der heutigen Menschheit dieses Prädominierende der unteren organischen Tätigkeit leider vorliegt, so daß die Disposition zur Tuberkulose in einer erschrekkenden Weise heute eigentlich ausgebreitet ist.
Cite:
GA 312/1920-03-22/p013 · edition original