Zweiter Vortrag

GA 312/1920-03-22/p017 ·1920-03-22 · original (original)
Record: unknown. How this text was taken down (shorthand transcript, listeners' notes or manuscript) is not on record here. Unknown is not an assurance of a stenogram: check the edition's own notes before resting an argument on one word.

Was ist das alles? Wenn wir diese Erscheinungen uns vor Augen führen, was sind sie eigentlich alle? Dies alles, was ich Ihnen jetzt vorgeführt habe, ist zunächst etwas, was als Folge von den geschilderten inneren unregelmäßigen Wechselwirkungen auftritt. Aber es ist zu gleicher Zeit ein Kampf, den der Organismus eingeht gegen dasjenige, was da als tiefere Grundlage vorliegt. Sehen Sie, Husten — betrachten wir solche einfache Dinge zunächst, wir werden schon auch zu den komplizierteren kommen —, Husten immer unter allen Umständen zu bekämpfen, ist ganz gewiß nicht gut. Manchmal kann es sogar der Organismus nötig machen, vielleicht Husten künstlich hervorzurufen. Wenn die untere Organisation des Menschen irgendwie so ist, daß sie von der oberen Organisation nicht bezwungen werden kann, dann ist das, was als Hustenreiz auftritt, eine gesunde Reaktion des menschlichen Organismus, um gewisse Dinge, die sonst eindringen, nicht eindringen zu lassen. Und unter allen Umständen Husten einfach direkt zu unterbinden, kann unter Umständen von Unheil sein, denn dann nimmt der Körper Schädlichkeiten auf. Er hustet aus dem Grunde, weil er in dieser zeitweiligen Disposition diese Schädlichkeiten nicht vertragen kann und sie sich fortschaffen will. Der Hustenreiz ist gerade die Anzeige dafür, daß irgend etwas im Organismus los ist, so daß die Nötigung vorliegt, die entsprechenden Eindringlinge, die sonst ganz gut in den Organismus eindringen können, nicht eindringen zu lassen.

Read this passage in another edition
DEoriginalENEnglish
Raw JSON: /v1/steiner/de/ga/312/1920-03-22/p017.json
Cite: GA 312/1920-03-22/p017 · edition original