Zweiter Vortrag
Ermüdungserscheinungen — ich möchte sie eben nicht bloß subjektive Ermüdungserscheinungen nennen, sondern schon ganz organisch bedingte Ermüdungserscheinungen, die eigentlich immer auf Prädominieren des Stoffwechsels beruhen —, wie sie stark auftreten bei einem Stoffwechsel, der nicht von dem Oberen bezwungen wird, solche Ermüdungserscheinungen, weil sie nun wirklich bei Tuberkulose hervorgerufen werden müssen, müßten hinterher in dem nötigen Zeitpunkte dadurch bekämpft werden, daß man durch eine entsprechende Diät dafür sorgt — wir werden von dem Speziellen einer solchen Diät noch zu sprechen haben —, daß überwiegende Verdauung stattfindet, daß also besser als gewöhnlich von demselben Menschen verdaut wird, also ich möchte sagen, daß dasjenige, was leichter aufgearbeitet wird, durch den Verdauungsprozeß aufzuarbeiten ist. Abmagerung wird man später durch eine Diät zu bekämpfen haben, die eben wiederum zu einer gewissen Fettbildung führt, zu etwas, was Einlagerung ist in die Organe, in die Organgewebe. Die Nachtschweiße muß man später dadurch bekämpfen, nachdem man sie zuerst geradezu hervorgerufen hat, daß man versucht, dem Menschen anzuweisen eine Tätigkeit, in der er tatsächlich durch durchgeistigte Anstrengungen, also durch etwas, was durchdachte Anstrengungen sind, in Schweiß gerät, so daß er wiederum einläuft in eine gesunde Schweißbildung.
Cite:
GA 312/1920-03-22/p024 · edition original