Spiritual Science and Medicine

GA 312/1920-03-24/p006 ·1920-03-24 · original (original)

Nun wollen wir heute ausgehen von einer allbekannten Tatsache, die aber durchaus im Zusammenhange des naturwissenschaftlichen medizinischen Denkens nicht gewürdigt wird und welche die Grundlage abgeben kann für eine Beurteilung des Verhältnisses des Menschen zu der außermenschlichen Natur. Das ist die Tatsache, daß der Mensch als ein dreigliedriges Wesen, als Nerven-Sinneswesen, als Zirkulationswesen, als rhythmisches Wesen also, und als Stoffwechselwesen, durch sein Stoffwechselwesen in einem negativen Verhältnis steht zu dem, was draußen in der Natur, in der Pflanzenwelt vorgeht. Sie wollen sich bitte die Tatsache vor die Seele rücken, daß draußen in der Natur, wenn wir zunächst nur die Pflanzenwelt innerhalb dieser Natur beobachten, in der Flora sich die Tendenz bemerkbar macht, gewissermaßen den Kohlenstoff zu konzentrieren, den Kohlenstoff zur Grundlage der gesamten Flora zu machen. Wir sind umgeben, indem wir von Pflanzen umgeben sind, von Organismen, von Formgebilden, deren Wesenheit auf der Konzentration des Kohlenstoffes beruht. Vergessen Sie nicht, daß dasjenige, was dieser Bildung zugrunde liegt, auch im menschlichen Organismus auftritt, daß aber der menschliche Organismus es in seinem Wesen hat, diese Bildung in der Bildung, gewissermaßen in einem weitergehenden Status nascendi, aufzuheben, zu zerstören und die entgegengesetzte Bildung an deren Stelle zu setzen. Wir haben den Anfang dieses Prozesses in uns in dem, was ich in diesen Tagen den unteren Menschen genannt habe. Wir setzen den Kohlenstoff ab, beginnen gewissermaßen aus unseren eigenen Kräften heraus den Prozeß des Pflanzenwerdens und müssen uns, veranlaßt durch unsere obere Organisation, gegen dieses Pflanzenwerden wehren. Wir heben es auf, indem wir dem Kohlenstoff den Sauerstoff entgegensetzen, ihn zur Kohlensäure verarbeiten und dadurch in uns den entgegengesetzten Prozeß des Pflanzenwerdens ausbilden müssen.

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