Spiritual Science and Medicine
Da bitte ich Sie zu beachten, daß das Vogelgeschlecht infolge seiner mangelhaften Harnblase und seines mangelhaften Dickdarms einen fortwährenden kontinuierlichen Ausgleich hat zwischen Aufnehmen und Abscheiden. Der Vogel kann im Fluge abscheiden, er hält die Nahrungsüberreste nicht in sich auf, er lagert das nicht ab. Er hat dazu keine Gelegenheiten. Und würde er sie ablagern, so wäre es sogleich eine Krankheit, die ihn ruinieren würde. Insofern wir Menschen sind, physische Menschen sind, sind wir gewissermaßen — wie man entgegenkommend der heutigen Anschauung sagen kann — über den Vogel hinausgeschritten in seiner Entwickelung, wie man richtiger sagen könnte: unter den Vogel heruntergestiegen. Für den Vogel ist tatsächlich nicht nötig, daß er jene starken Kämpfe entwickelt gegen eine Darmflora, die in ihm gar nicht vorhanden ist, wie sie nötig ist beim höheren Tiere oder beim Menschen. Aber in bezug auf eine, ich möchte sagen, etwas höher gelegene Tätigkeit bei uns, in bezug auf die Tätigkeit der Umwandelung des Ätherischen zum Beispiel, was ich jetzt besprochen habe, der Umwandelung des Lichtes in seiner Metamorphose, da stehen wir auf dem Standpunkt des Vogels. Wir haben einen physischen Dickdarm und eine physische Blase, aber wir sind Vögel in bezug auf unseren Ätherleib, was diese Organe anbertrifft. Die sind tatsächlich im Kosmos dynamisch nicht vorhanden. Da sind wir darauf angewiesen, daß wir unmittelbar, indem wir das Licht empfangen, es auch verarbeiten und die Ausscheidungsprodukte wiederum abgeben. Und tritt da eine Störung ein, so ist sie eine Störung, der gar kein Organ entspricht, die wir also ohne Schädigung der Gesundheit nicht ohne weiteres ertragen können. So daß wir, wenn wir den Vogel mit seinem kleinen Gehirn betrachten, uns klar sein müssen, daß er im Makrokosmischen ein Abbild unserer feineren Organisation ist. Wollen Sie daher den Menschen studieren in bezug auf das, was als feinere Organisation sich abdrückt in seiner gröberen Organisation, die unter den Vogel heruntergeschritten ist, dann müssen Sie eben makrokosmisch die Vorgänge der Vogelwelt studieren.
Cite:
GA 312/1920-03-24/p022 · edition original