Spiritual Science and Medicine

GA 312/1920-03-28/p010 ·1920-03-28 · original (original)

Wenn wir nun nehmen irgendeinen Geschmack, sagen wir, um wiederum etwas dem eben Angeführten Verwandtes zum Beispiel zu haben, den Geschmack des Süßholzes oder den Geschmack süßer Weintrauben, da haben wir etwas Ähnliches. Da haben wir es aber zu tun mit einem Vorgang, der sich abspielt in unserem Geschmacksorgan im Gegensatz zu den Vorgängen, die sich abspielen in unseren Geruchsorganen. Sie wissen, wie nahe verwandt das Geschmacksorgan dem Geruchsorgan ist, und Sie werden daher ohne weiteres eine Vorstellung davon haben müssen, wie nahe verwandt auch in bezug auf das ganze natürliche Geschehen dasjenige ist, was im Schmecken vor sich geht, mit dem, was im Riechen vor sich geht. Aber Sie müssen sich zugleich klar sein, daß das Schmecken ein viel organisch-innerlicherer Prozeß ist als das Riechen. Das Riechen spielt sich mehr an der Oberfläche ab. Das Riechen nimmt teil an den Prozessen des Außermenschlichen, die sich gewissermaßen ausbreiten, die im Raume ausgebreitet sind. So ist es beim Schmecken nicht der Fall. Durch das Schmecken kommen Sie mehr auf gewisse Eigenschaften, die innerlich in den Substanzen liegen müssen, die also mit dem Substantiellen selber verbunden sein müssen. Sie kommen mehr durch das Schmecken als durch das Riechen darauf, was die Dinge, die Pflanzen also in diesem Falle, im Innern sind. Und Sie brauchen einfach ein wenig Ihre Intuition zu Hilfe zu nehmen, so werden Sie sich sagen, daß alles dasjenige, was mit dem Festwerden in den Pflanzen, mit den organischen Prozessen des Festwerdens in den Pflanzen zusammenhängt, sich enthüllt, sich offenbart durch das Schmecken alles desjenigen, was in der Pflanze ist. Nun wehrt sich aber dieses Pflanzliche gegen das Festwerden. Das tritt uns hervor in dem, was die Pflanze veranlaßt, riechbar zu werden. Daher werden Sie nicht eigentlich zweifeln können, daß der Geschmack ein Vorgang ist, der zusammenhängt mit den Beziehungen des Ätherischen zum Physischen.

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