Spiritual Science and Medicine

GA 312/1920-03-28/p011 ·1920-03-28 · original (original)

Also nehmen Sie jetzt zusammen Riechen und Schmecken. Indem Sie im Riechen und Schmecken gegenüber der Flora leben, leben Sie eigentlich in jenen Beziehungen, welche das Ätherische nach den beiden Seiten hin hat, nach dem Astralischen und nach dem Physischen. Sie gehen so recht ins Ätherische hinein, das heißt in seinem Abdruck, wenn Sie zum Riechen und Schmecken mit Ihrer Aufmerksamkeit sich hinwenden. Da wo Riechen und Schmecken im Menschen ist, da ist im Grunde genommen eine in der physischen Welt befindliche Offenbarung des Ätherischen in seinen Beziehungen zum Astralischen und zum Physischen. Wir sind damit gewissermaßen selber an des Menschen Oberfläche, wenn wir so untersuchen, was sich im Riechen und Schmecken abspielt. Aber sehen Sie, es handelt sich wirklich heute darum, daß wir endlich zur Befruchtung der wirklichen Wissenschaft von seiten der Geisteswissenschaft über das Abstrakt-Mystische hinauskommen und zum konkreten Geist-Erfassen wirklich vordringen. Was nützt es denn wirklich, wenn die Leute immer fort und fort nur reden davon, es soll das Göttliche im Menschen erfaßt werden, wenn sie unter diesem Göttlichen höchstens irgendein ganz abstraktes Göttliches verstehen? Es wird diese Betrachtungsweise erst dann fruchtbar, wenn wir auf die konkreten Erscheinungen eingehen können, wenn wir in diesem konkreten Sinne das Innerlichwerden der äußeren Vorgänge betrachten, zum Beispiel also, indem wir im Riechen und Schmecken tatsächlich dasjenige, was äußerlich, verwandt dem Menschen, lebt, das Ätherische betrachten, wie das sich verinnerlicht, wie wir in diesem vielleicht gröbsten oberen Sinnesprozesse unmittelbar ein Innerlichwerden der äußeren Vorgänge sehen. Das ist für unsere Zeit so außerordentlich wichtig, hinauszukommen über das bloß Abstrakte, Mystische. Nun werden Sie aber sich klar sein darüber, daß in der Natur alles in fortwährendem Übergang zu etwas anderem ist, daß in der Natur alles so ist, daß ein Vorgang die Tendenz hat, in einen anderen überzugehen, sich zu metamorphosieren in einen anderen Vorgang hinein. Nehmen Sie also das, was wir eben gesagt haben: mehr an der Oberfläche gelegen das Riechen (siehe Zeichnung Seite 162), mehr in das Innere des Menschen hineinverlegt — alles das ist auf die Flora, die Pflanzen bezüglich — das Schmecken, den Geschmack, und diese, ich möchte sagen, verlaufend im Ätherischen, insofern sich das Ätherische gegen das Astralische aufschließt oder in das Physische hinein verfestigt, nach außen also gehend, nach alledem, was in der Flora geschieht im Verflüchtigen, im Aromatischwerden oder auch im sich dem Aromatischen Entziehen im Schmecken, alles dasjenige verinnerlichend, was im Außernführt zum Festwerden. Es fließen gewissermaßen zusammen das Äußerliche und das Innerliche, wenn wir die Aufmerksamkeit in bezug auf Riechen und Schmecken festhalten.

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