Spiritual Science and Medicine

GA 312/1920-03-28/p021 ·1920-03-28 · original (original)

Da haben wir gewissermaßen die Möglichkeit, dasjenige, was im Innern des Organismus durch die Haut begrenzt geschieht, als ein Verinnerlichtes des Äußerlichen zu betrachten. Denn mit alledem, was wir da nach oben fortsetzen, kommen wir eben mehr ins ÄAußerliche hinein; da schließt sich der Mensch nach dem Äußerlichen auf. Jetzt haben wir die Sache so weiter zu verfolgen, daß wir in dem, was gewissermaßen in uns seelisch lebt, aber an den Organismus eben gebunden ist, nicht im materialistischen Sinne, sondern in einem anderen Sinne, den Sie ja aus den Vorträgen kennen, ein metamorphosiertes Sehen haben, wiederum nach einer gewissen Seite nach dem Innern gelegen, im Denken, im Vorstellen (siehe Zeichnung Seite 162), wobei wir uns zu denken haben diejenigen Organe, die zugrunde liegen den Vorstellungen, also die des menschlichen Innenhauptes als metamorphosierte Sehorgane nach einer gewissen Richtung. Bitte, orientieren Sie sich nur darüber, wie die meisten Ihrer Vorstellungen, die im Denken leben, einfach Fortsetzungen sind der Sehvorstellungen, Sie brauchen ja nur das seelische Leben des Blindgeborenen, des Taubgeborenen zu vergleichen. Wir haben eine Fortsetzung des Sehens nach dem Inneren im Denken. Und wir kommen so dazu, uns zu sagen, daß auch ein Licht geworfen wird auf das merkwürdige Wechselwirken, das ja zwischen der Anatomie des Kopfes, des Gehirnes und dem Denkvorgang selber besteht. Es ist ja zum Beispiel sehr eigentümlich, daß, wenn man ordentlich zu Leibe geht unseren Denkvorgängen — ein schönes Kapitel für eine medizinische Dissertation übrigens — und untersuchen will, wie mit dem zusammenfassenden Denken die Organisation des Gehirnes zusammenhängt, man sonderbarerweise auf Strukturen kommt, die sich wie eine Umbildung des Riechnervs ausnehmen. So daß man sagen könnte: unser zerstreutes, analytisches Denken ist, innerlich angesehen, in seinem Gegenbilde sehr ähnlich dem Sehen. Aber das Zusammenfassen des Gesehenen, das Assoziieren der Vorstellungen, ist eigentlich, innerlich organisch angesehen, sehr ähnlich dem Riechen. Das drückt sich nämlich in der anatomischen Struktur des Gehirnes sogar in einer sehr bemerkenswerten Weise aus. Wir kommen also jedenfalls da zum Vorstellen, zum Denken nach der einen Seite.

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