{"corpus":"steiner","locus":"GA 312/1920-03-28/p022","lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"text":"Wohin kommen wir nun, wenn wir wiederum den innerlichen Prozeß suchen? Nicht wahr, im Vorstellen haben wir vom Sehen aus dasjenige, was veräußerlicht ist im Sehen, was wiederum gewissermaßen nach dem Inneren zurückstrahlt im Denken. Man bemüht sich, den Sehprozeß gewissermaßen umzukehren, nach dem Organismus wiederum zu leiten. Sein polarisch entgegengesetzter Prozeß wird daher darinnen bestehen, daß man sich nicht bemüht, dasjenige, was da Prozeß ist, nach dem Innern, sondern nach dem Äußeren zu leiten. Und das ist: der Verdauungsprozeß setzt sich fort in den Ausscheidungsprozeß (siehe Zeichnung Seite 162), der damit zum Gegenbilde des Vorstellens wird. Da haben Sie von einem anderen, intimeren Standpunkte aus das gesehen, was ich Ihnen mehr durch die vergleichende Anatomie gezeigt habe vor ein paar Tagen, wo ich Sie auch darauf hingewiesen habe, wie einfach der Bau des Menschen und namentlich das Auftreten der Darmflora in einer gewissen Weise darauf hindeuten, welch innige Verwandtschaft besteht zwischen den sogenannten geistigen Fähigkeiten des Menschen und seinem regulierten Ausscheideprozeß oder nichtregulierten Ausscheideprozeß. Da haben Sie das von einer anderen Seite. Da haben Sie also, wie wir nach innen eine Fortsetzung des Sehprozesses im Denkprozeß haben, nach außen eine Fortsetzung des Verdauungsprozesses im Ausscheidungsprozeß. Wenn wir nun zurückgehen auf dasjenige, was wir beobachtet haben vorhin gerade, daß das Aromatisieren ein zurückgehaltenes Verbrennen ist und das Festwerden der Pflanze ein zurückgehaltenes Salzwerden, so werden wir wiederum auf dasjenige Licht geworfen haben, was da nun im Innern geschieht, nur müssen wir uns klar sein darüber, daß ja eine Umkehrung geschieht. Hier (oben) ist eine Umkehrung des Sehens nach der Verinnerlichung, hier (unten) ist es eine Umkehrung nach der Veräußerlichung, daher werden wir hier (oben) zu der Anerkennung einer Verwandtschaft der Vorgänge mit dem Salzwerden kommen und hier (unten) zu einer Verwandtschaft der Vorgänge mit dem Feuerwerden oder mit dem Verbrennen, mit dem Feuer (siehe Zeichnung Seite 162). Leiten Sie also dasjenige, was geeignet ist, das Aromatisieren und den zurückgehaltenen Verbrennungsprozeß in den Pflanzen zu bewirken (siehe Hinweise), nach dem Unterleibe, so helfen Sie dem Unterleibe. Leiten Sie das, was in der Pflanze berufen ist, den Salzprozeß zurückzuhalten oder ihn in der Pflanze zu verinnerlichen, nach dem oberen Menschen, so helfen Sie den Vorgängen des oberen Menschen. Das werden wir im einzelnen dann durchzuführen haben.","text_trust":"verbatim","quote_safe":true,"title":"Spiritual Science and Medicine","date":"1920-03-28","location":null,"word_count":374,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/312/1920-03-28/p022","alignment_confidence":null,"alignment_reason":null,"two_voice_volume":false,"translation_credit":null,"edition_coverage":{"de":["original"],"en":["English"]},"available_versions":[{"lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/312/1920-03-28/p022"},{"lang":"en","edition":"English","edition_basis":null,"is_original":false,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/en/ga/312/1920-03-28/p022"}]}